Weinbau trifft Kulinarik

November: Einigkeit macht stark

Die Dominanz opulenter Früchte und deren ausdrucksstarker Nuancen.

Nichts trifft den Nerv der Zeit besser als der Slogan des Winzerkellers Hammelburg, welcher zum Ausdruck bringen will, dass ein guter Zusammenhalt Erfolg und Qualität versprechen kann. Dieser Zusammenhalt entstand aus einer wirtschaftlichen Notlage heraus. Die damaligen Weinbauern beschlossen eine Gemeinschaft zu gründen, sodass fortan die Winzerfamilien ihre Weinberge in Eigenregie bewirtschafteten. Im Herbst brachten die Winzer ihre Weintrauben in das Kellereischloss, welches früher als Sommerresidenz der Fürstbischöfe von Fulda diente. Durch Mithilfe aller wurde dort aus den Trauben der spätere Wein geformt. Koordiniert vom geistlichen Johannes Martin ging es mit viel Fleiß und handwerklichem Geschick mit dem Weinbau weiter aufwärts. Noch heute sind es genau diese Eigenschaften, welche als Garanten für die Spitzenqualität der Winzerkellerweine sorgen.

Als Nordlicht des fränkischen Weinbaus profitieren die Hammelburger GWF-Winzer vom kühleren Klima der Vor-Rhön. Diesem Unterschied ist es zu verdanken, dass die Trauben langsamer und vor allem länger am Rebstock reifen können. Die Weine werden dadurch sehr filigran und fein fruchtig. Besonders spannend ist es, die feinen Unterschiede zwischen den Weinen aus den verschiedenen Einzellagen rund um Hammelburg herauszuschmecken. Während die Weine aus dem Wirmsthaler Scheinberg sehr opulent, mit angenehmen Schmelz daher kommen, präsentieren sich die Weine aus dem Hammelburger Trautlestal schlank und klar. Aus zuletzt genannter Lage empfehle ich, passend zu einem Klassiker der herbstlich-winterlichen Küche, eine 2014er Domina.

Hammelburger Winzerkeller - Domina WTK November 16Wird dieser Name doch gerne mit einer gewissen sexuellen Veranlagung in Verbindung gebracht, so hat dies mit der Rebsorte und vor allem mit dem Wein nur eine Gemeinsamkeit. Die Dominanz! In diesem Fall die der opulenten Früchte und deren ausdrucksstarker Nuancen. Ein betörender Duft von Kirsche und getrockneten Pflaumen steigt dem Genießer zuerst ins Näschen. Anklänge von Schokolade und Marzipan werden am Gaumen spürbar, wieder umhüllt vom intensiven Kirschgeschmack. Im Nachhall präsentieren sich feine Gewürze von Nelke und etwas Süßholz. Der Rotwein kommt ganz weich und samtig daher und wirkt ganz und gar nicht einschüchternd.

Was passt zu solch einem edlen Tropfen besser als die für den Monat November berühmte Martinsgans gefüllt mit Trockenpflaumen, zerkleinerten Äpfeln und etwas geriebenen Vollkornbrot. Das Ganze vermengt mit Zucker, Zimt und Gewürznelke, hat man die perfekte Füllung für diesen Klassiker. Ich empfehle die Gans schonend zubereitet bei 70 Grad Celsius ca. sieben Stunden im vorgeheizten Ofen garen zu lassen. In der ersten halbe Stunde bei ca. 200 Grad Celsius, danach ca. sechs Stunden bei 70 Grad Celsius und in der letzten halben Stunde wieder auf 200 Grad Celsius nachgaren lassen. Dazu selbstgemachtes Blaukraut und feine Kartoffelklöße. In einem großen Topf etwas Gänseschmalz auslassen und fein gehackte Zwiebel darin anschwitzen. Den gehobelten Rotkohl dazugeben, kurz mit anschwitzen und dann mit Rotwein ablöschen. Etwas Salz, etwas Zucker, etwas Zimt und Gewürznelke dazugeben, gut rühren und im geschlossenen Topf ca. 30 bis 40 Minuten schmoren lassen. Aufpassen, dass das Blaukraut nicht anbrennt! Ab und zu umrühren und gegen Ende der Garzeit mit Aceto Balsamico, Zucker und Salz abschmecken.

Ich wünsche Ihnen einen guten Appetit und weiß, dass Ihre Martins-Gans ein Knaller wird!


Ihr Thomas Hüttl

 

Winzerkeller Hammelburg
Kirchgasse 4 (im Innenhof des Roten Schlosses)
97762 Hammelburg
Tel. 09732/3570
hammelburg@gwf-frankenwein.de
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